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2018 Open Source
Rookies of the Year

In den vergangenen 10 Jahren wurden jedes Jahr von Black Duck von Synopsys einige der innovativsten und einflussreichsten neuen Open-Source-Projekte anerkannt. Mit dieser Ehrung werden der Erfolg und die Eigendynamik dieser Projekte sowie ihr Zukunftspotenzial anerkannt. Preisträger wie Kubernetes (2014), Docker (2013), Ansible (2012), Bootstrap (2011), NuGet (2011) und OpenStack (2010) haben sich zu einigen der einflussreichsten Open-Source-Projekte auf dem Markt entwickelt. Von den Aufsteigern dieses Jahres erwarten wir nichts anderes.

Die Open Source Rookies of the Year sind dabei mit ihren zahlreichen Neuerungen und Technologien in Bereichen wie autonomes Fahren, skalierbare Blockchain und VNF-Organisation bis zu persönlicher Sicherheit und Beziehungsmanagement involviert.


Open Network Automation Platform (ONAP)

Die Mobilfunknetze auf der ganzen Welt stehen im Fokus von Innovationen, da die Nutzer dieser Netze immer komplexere und ressourcenintensivere Technologien benötigen. Software-definierte Netzwerke (SDN) und virtuelle Netzwerkfunktionen (VNF) haben den Grundstein für leistungsfähigere Netzwerkbetreiber gelegt, und mit dem aufkommenden 5G-Standard ist für eine automatisierte VNF-Organisation eine offene Lösung unabdingbar, damit die Branche den nächsten großen Schritt wagen kann.

AT&T hat sich an die Linux Foundation mit der Bitte gewandt, die sogenannte Open Network Automation Platform (ONAP) zu entwickeln. Diese Plattform ist praktisch eine Weiterentwicklung früherer Open-Source-Projekte (OPEN-O, OpenDaylight, OPNFV, OpenStack), deren Entwicklung von großen Providern wie Huawei und China Mobile vorangetrieben wurde. ONAP baut auf diese Projekte auf und zielt darauf ab, mit einer Automatisierung des Datenverkehrs-Managements und der Ressourcenallokation eine Virtualisierung der vorhandenen Mobilfunknetze zu erreichen. Von Mobilfunknetzbetreibern unterstützt, deren Abonnenten 60 % des weltweiten Marktes ausmachen, hat sich ONAP rasant zur prominentesten Open-Source-Plattform der VNF-Organisation entwickelt.

Nun, nach Ablauf eines Jahres und mit dem Bereich Networking der Linux Foundation am Steuer, ist die ONAP gerüstet, im kommenden Jahr einige der wichtigen Schritte nach vorn anzugehen, einschließlich der Container-Integration für eine verbesserte VNF-Einsatzflexibilität, eine Steigerung der Abonnentenzahl der Mobilfunknetzbetreiber, Support für autonome Fahrzeuge und für die virtuelle Realität sowie die Veröffentlichung der zweiten Version Ende Mai.

Weitere Informationen finden Sie unter www.onap.orgalternativ können Sie die Nachrichten des vom 26. bis 29. März stattfindendenOpen Networking Summit verfolgen.

 

RChain

Lassen Sie uns den kürzlichen Absturz der Kryptowährungen kurz vergessen und stattdessen daran denken, wie mittels Blockchain-Technologien sichere, authentische Datensätze generiert werden können, sowie an deren potenzielle Rolle bei der Bekämpfung von gefälschten Transaktionen und manipulierten Daten. Die RChain -Kooperationsgemeinschaft geht noch einen Schritt weiter und versucht, eine skalierbare, sichere und nachhaltige Blockchain aufzubauen. Dabei versucht diese Kooperationsgemeinschaft, eine dezentralisierte, nicht manipulierbare und globale Infrastruktur für Rechenaufgaben zu implementieren.

Die RChain-Plattform erlaubt eine gleichzeitige, parallele Bearbeitung intelligenter Rechenaufträge, indem diese gleichzeitig auf der Rho Virtual Machine ausgeführt werden. Die einzigartige, auf Namensbereichen basierende Sharding-Architektur von RChain baut im Prinzip mehrere Blockchains pro Knoten auf, die jeweils unabhängig voneinander laufen. Damit ermöglicht die RChain eine für Unternehmen geeignete Skalierbarkeit und einen noch nie dagewesenen Transaktions-Durchsatz. Die Idee dahinter: Mit dem Rückgriff auf eine Blockchain zum Speichern des Status einer wirklich parallelen virtuellen Maschine kann eine Hochleistungsinfrastruktur für Rechenaufgaben aufgebaut werden, die von böswilligen Angreifern nicht außer Betrieb genommen werden kann.

Die eng mit der Ethereum-Community zusammenarbeitende RChain-Kooperationsgemeinschaft verwendet das Casper Proof-of-Stake-Protokoll und ein Correct-by-Construction-Design − eine fundamentale Abkehr vom ressourcenintensiven Proof-of-Work-Ansatz, der bei den beliebtesten Blockchains heute zum Einsatz kommt. Diese Alleinstellungsmerkmale der RChain sind Spiegelbild einiger der zentralen Wertvorstellungen der Kooperationsgemeinschaft: der Reduzierung des Energieverbrauchs und der Ressourcenabhängigkeit, damit wir unseren Kindern eine nachhaltige und gut koordinierte Welt hinterlassen. Die Ergebnisse dieser Anstrengungen beginnen sich gerade zu materialisieren, und die Kooperationsgemeinschaft zielt in aggressiver Weise auf die Block-Latenzzeit im Millisekundenbereich, mit mehr als 40.000 Transaktionen pro Sekunde.

Weitere Informationen finden Sie unter developer.rchain.coopalternativ können Sie die Nachrichten des RChain Developer’s Retreatin Boulder, Colorado, vom 17. bis 18. April verfolgen.

 

Monica

Das heutige soziale Ökosystem hat komplexe Formen angenommen. Mit einem immer breiter aufgestellten Bekanntenkreis und weitreichenden beruflichen Kontakten sowie einer großen Anzahl an Technologien, mit deren Hilfe wir in Kontakt bleiben können, obliegt es unserem Gedächtnis, Ordnung im Chaos zu schaffen. Für Menschen mit körperlichen und geistigen Einschränkungen, die zu einer Beeinträchtigung ihrer sozialen Kognition geführt haben, kann diese Komplexität eine gewichtige Rolle spielen.

Monica ist ein selbsternanntes System für das Management persönlicher Beziehungen, das mithilfe benutzerfreundlicher Technologien versucht, diese Beziehungen einzustufen und zu stärken. Monica kombiniert die Flexibilität eines klassischen Rolodex mit der dynamischen Vielseitigkeit moderner sozialer Netzwerke, und sie wendet sich an die Open-Source-Community, sowohl um die Technologie weiterzuentwickeln als auch eine entsprechende Strategie daraus abzuleiten. Das im Juni 2017 aus Open-Source-Quellen und auf einer beliebten Website der Community vorgestellte Monica-Projekt löste innerhalb von 2 Tagen mehr als 600 Kommentare und 1100 positive Bewertungen aus. Dank weltweiter Aufmerksamkeit gewann Monica innerhalb einer Woche mehr als 7000 Registranten und 100 Pull-Anfragen.

Die Nutzerbasis von Monica ist Ausdruck ihrer ernsten Absichten und einer transparenten Vorgehensweise, von der jeder profitiert − angefangen bei Prominenten, Eltern und Kindern bis zu Gefängnisinsassen, Alzheimer- und Demenzkranken, Patienten mit Schädel-Hirn-Trauma und Autismus-Spektrum-Störungen. Bisher ist eine der größten Teilnehmergruppe des Monica-Projekts mit Asperger-Subreddit verbunden, das das Projekt offiziell gelobt und aktiv Feedback und Unterstützung bezüglich der Verbesserungen der Funktionen zum Wohle der Community bereitgestellt hat. Künftig soll Monica eine größere Zielgruppe und eine tiefere Integration erreichen, wobei die unterschiedlichen Communities und Partnerschaften eine größere Rolle spielen sollen, um dieses ambitionierte Ziel zu erreichen.

Weitere Informationen finden Sie unter www.monicahq.com

 

 

Apollo Auto

Im vergangenen Jahr haben sich große Automobilhersteller damit hervorgetan, unter den ersten zu sein, die ein sicheres und zuverlässiges autonomes Fahrzeug auf den Markt gebracht haben. Volkswagen, Volvo, BMW, Audi, Tesla, Uber, Google und sogar Amazon testen die Grenzen mit eigenen Innovationen und exklusiven Partnerschaften. Dieser Ansatz hat einen Nachteil: ein zerstückelter Markt mit unterschiedlichen Ansätzen zum autonomen Fahren.

Baidu versucht mit Apollo, einer offenen Plattform für autonomes Fahren und einer flexiblen Architektur, wichtige Innovationen voranzutreiben. Mit dem Start seiner ersten Version im Juli 2017 ermöglicht Apollo es Anbietern der Ebene 1, OEMs und Start-ups, ihre eigenen autonomen Fahrzeuge zu entwickeln, ohne „das Rad neu erfinden zu müssen“. Organisationen können ihre Entwicklung vorantreiben, indem sie von der kollektiven Kompetenz eines Apollo-Partners und der einzigartigen Simulations-Maschine von Apollo, die Zehntausende von Szenarien für autonomes Fahren (ADS) beinhalten, zu profitieren und Algorithmen für das autonome Fahren strengen Tests unterziehen zu können. Heute können Organisationen überprüfen, ob ihre Algorithmen den grundlegenden Regressionsregeln entsprechen, bevor sie auf die Straße wechseln, ohne Testdaten völlig ohne Vorlauf aufzeichnen zu müssen.

Mit 50 Partnern für seine Version 1.0 und mehr als 90 nach Version 2.0 im Januar arbeitet Apollo mit Hochdruck an einer Erweiterung seiner Integration auf zusätzliche Hardwareplattformen, um viele verschiedene Sensor-, Rechen- und Modellierungstechnologien abdecken zu können. Die neueste Version von Apollo beinhaltet Funktionen zur Verbesserung der Performance im Stadtverkehr, zur Unterstützung mehrerer Sensoren, zur Erkennung von Hindernissen und Ampelfarben sowie verbesserte Sicherheitsfunktionen. Im Jahr 2018 wird sich Apollo auf die Anforderungen der Produktüberführungen konzentrieren, um für ein größeres Portfolio Innovationen zu fördern. Gleichzeitig gilt für das Team auch weiterhin das Grundprinzip: Autonomes Fahren gehört der Menschheit, nicht nur dem Unternehmen, und je mehr wir alle dazu beitragen, desto stärker wird das Projekt davon profitieren.

Weitere Informationen finden Sie unter apollo.auto

 

 

Haven

Es gibt einen gut etablierten Markt für digitale Sicherheit. Der Schutz sensibler Daten bei ihrer Übermittlung und Speicherung, die Überwachung des Datenverkehrs im Netzwerk auf ungewöhnliche oder bösartige Aktivitäten und die Sicherung von Endgeräten: All dies sind Bereiche, für die es benutzerspezifische Lösungen für jegliche Sicherheitsansprüche gibt. Bei der Nutzung von Technologie zum Schutz der Menschen und der Umgebung in der Nähe eines Endgerätes klafft jedoch eine entsetzliche Lücke, und die Konsequenzen können etwa für Journalisten, Menschenrechtsaktivisten, Amtsträgern und Bürgern, die durch die Welt reisen und ihre persönliche Sicherheit für ein größeres Ziel riskieren, schwerwiegend sein.

2017 begann das Guardian Project in Zusammenarbeit mit der Freedom of the Press Foundation (FPF) mit der Arbeit an Haven, um wichtige Merkmale und Funktionen zu ermitteln und eine gemeinsame Lösung zu entwickeln. Das Ziel: die Erstellung einer Anwendung zum Schutz der körperlichen Unversehrtheit, mit der eine situative Sensibilisierung bezüglich der unmittelbaren Umgebung eines Mobilgeräts erreicht wird. Haven greift auf sichere Kommunikationstechnologien wie Signal und Tor sowie auf ausgeklügelte Hardware zurück, die auf Android-basierten Endgeräten bereits vorhanden ist, um wichtige Einblicke zu vermitteln sowie strategische Maßnahmen zum Schutz der überwachten Menschen oder Güter zu ermöglichen.

Haven vertraut bei der Bewegungserkennung auf die gegabelte Version des Open-Source-Projekts SecureIt, fügt eine sichere Datenbankstruktur und eine Code-Ebene für die Sensorhardware hinzu. 2018 konzentriert sich das Haven-Team stark auf die Verbesserung der Lösung für eine Verwendung bei der durchgängig verschlüsselten Kommunikation und der CameraV des Guardian Project für Beweisfotos und Videoerfassung. Das Team hofft, mit maschinellem Lernen falsche Positive zu reduzieren, den Support auf zusätzliche periphere Sensoren zu erweitern und eine Synchronisierung mehrerer mit Haven kompatibler Geräte über ein Tor-Netzwerk zu ermöglichen.

Für weitere Informationen oder Gelegenheiten für Partnerschaften besuchen Sie bitte guardianproject.github.io/haven

 

Prettier

In der Softwareentwicklung ist jeder Beitrag zu einem Gesamtprojekt mit einem Kennzeichen des Urhebers versehen. Dadurch erhält der Code, aus dem die Anwendung oder Komponente besteht, eine gewisse Persönlichkeit. Dies kann für die Entwickler-Teams ein Hindernis darstellen, denn die Kontrolle des Codes kann durch stilistische Uneinheitlichkeiten erschwert werden, was zu kostspieligen Auseinandersetzungen bezüglich des Stils führen kann. Gleichermaßen bedeuten unterschiedliche Funktionen der Entwickler-Tools, dass eine mögliche Zusammenarbeit und die Produktivität von den mit diesen Tools verbundenen Einschränkungen abhängen. Diese Nachteile verzögern den Fortschritt und treiben einen Keil zwischen Arbeitsgruppen.

Prettier ist laut Eigenbeschreibung ein meinungsstarkes Code-Formatierungs-Tool, das Konflikte unter Entwicklergruppen entschärfen und die Probleme der IDE-Formatierung durch eine Standardisierung der Darstellung des Codes lösen soll, und zwar unabhängig davon, wer diesen ursprünglich geschrieben hat, und ohne dessen Ausführung zu beeinträchtigen. Dies erlaubt es Entwicklern, ihren eigenen Stil in den Code zu schreiben, während dieser für eine bessere Interoperabilität und Zusammenarbeit übertragbar bleibt. Wie an der starken Präsenz von Prettier auf GitHub (mehr als 22.000 Sterne, fast 1.000 Gabeln und 300 Beiträge) abgelesen werden kann, wird diese Lösung von vielen Entwicklern begrüßt − zumindest von denen, die Programmiersprachen wie JavaScript und Python verwenden.

Die enorme Steigerung der Beliebtheit innerhalb der Community kann zumindest teilweise darauf zurückzuführen sein, dass das Projekt nicht konfiguriert werden muss und dass seine Ziele eindeutig definiert sind. Nach einem Jahr Entwicklung durch die Community und der durchweg zufriedenstellenden Programmiersprache JavaScript hält Prettier Ausschau nach weiteren Sprachen, z. B. Java, PHP, Ruby, Swift und PostgreSQL, und Projektleiter sprechen ermunternde Worte zur Community: „Gehet hin und entwickelt Plug-ins.“

Weitere Informationen finden Sie unter prettier.io

 

 

Common Voice

Die Welt hat sich in den letzten zehn Jahren in bemerkenswerter Weise verändert − von Schnittstellen mit Befehlszeilen zu grafischen Benutzeroberflächen zu berührungsempfindlichen Bildschirmen. Der nächste Horizont erscheint bereits bzw. ist bereits zu vernehmen: in den tagtäglichen Sprechmustern der Menschen auf der ganzen Welt. Sprachen und Dialekte sind jedoch so individuell wie ein Fingerabdruck, und die Technologie muss erst noch lernen, wie sie den subtilen Kontext, die Implikationen und die komplexen Strukturen der menschlichen Sprache entziffern kann.

Im Juni 2017 startete das Open Innovation-Team von Mozilla das Programm Common Voice. Es soll die weltweit größte Sammlung frei zugänglicher Daten menschlicher Sprache aufbauen, um Start-ups, innovativen Organisationen und Forschungsuniversitäten zuverlässige Datensätze bereitzustellen, mit denen sie Modelle für maschinelles Lernen für Sprachtechnologien entwickeln können. Derzeit wird Common Voice zum Trainieren der TensorFlow-Implementierung von Mozilla der DeepSpeech-Architektur von Baidu sowie für Kaldi (die Spracherkennungs-Software, auf der Siri aufgebaut wurde) verwendet. Ziel des Projektes ist es, bis zu 10.000 Stunden gesprochene Sprache für so viele Sprachen wie möglich zu erfassen.

Common Voice hat ein erstaunliches Wachstum hingelegt und wird von ehrgeizigen und namhaften Unterstützern und Technologiepartnern vorangetrieben, unter anderem von Mycroft, Snips, Dat Project und der Bangor University in Wales. Heute repräsentiert Common Voice mit mehr als 500 Stunden englischer Sprachdaten aus 112 Ländern den zweitgrößten Datensatz für gesprochene Sprachen. Zum Vergleich: Die öffentlich zugängliche Erfassung von TED-Konferenzen umfasst ca. 200 Stunden, während LibriSpeech - im Prinzip eine öffentliche Domäne von Books on Tape - ca. 1000 Stunden umfasst.

Die Plattform wurde zudem von Communities für die Erfassung der mazedonischen und walisischen Sprachen angepasst, und Übersetzungen der Website werden bereits für 17 neue Sprachen vorbereitet, damit im Verlaufe dieses Jahren Sprachproben auch in diesen Sprachen aufgenommen werden können.

Um mehr darüber zu erfahren und eine eigene Sprachprobe abzugeben, besuchen Sie bitte voice.mozilla.org